Die Glücksspirale wirbt vorwiegend mit der Selbstbezeichnung als Rentenlotterie, da ihr Hauptgewinn in einer lebenslang ausgezahlten Sofortrente besteht. In welcher Höhe erfolgen die Auszahlungen und lässt sich der Gewinnanspruch vererben?

Die Sofortrente der Glücksspirale

An jedem Sonntag werden zwei siebenstellige Gewinnzahlen gezogen, auf die jeweils eine monatliche Sofortrente in Höhe von 7 500 Euro fällt. Die Gewinner haben alternativ die Möglichkeit, den Betrag von 2,01 Millionen Euro als einmalige Direktauszahlung zu wählen. Die Spielbedingungen sehen vor, dass sich der Kapitalstock verringert, wenn an einem Ziehungstag mehr als zehn Gewinner ermittelt werden. Diese Einschränkung ist in der Praxis nicht relevant, denn bereits zwei Treffer in der entsprechenden Gewinnklasse an einem Wochenende sind ungewöhnlich. Tatsächlich werden während eines Kalenderjahres durchschnittlich zehn bis fünfzehn Rentengewinner in der Glücksspirale ermittelt. Da in der Glücksspirale für jede Gewinnklasse getrennte Glückszahlen gezogen werden, beläuft sich die Gewinnwahrscheinlichkeit für die lebenslange Monatsrente dank der Auslosung von zwei Gewinnnummern auf 1:5 000 000. Sollten auf die Scheinnummer zusätzlich zur Monatsrente kleinere Gewinne fallen, werden diese ebenfalls ausgezahlt. Der genannte Betrag von 7500 Euro bezieht sich auf das Spielen eines ganzen Loses mit einem Spieleinsatz von 5,00 Euro. In einigen Bundesländern können Mitspieler alternativ ein halbes oder ein fünftel Los für 2,50 Euro oder 1,00 Euro als Spieleinsatz wählen, wobei sich die monatliche Rentenzahlung auf 3750 oder 1500 Euro verringert. Die Beträge des Kapitalstocks belaufen sich entsprechend auf 1,005 Millionen Euro beziehungsweise auf 402 000 Euro. Die Spielteilnahme an der Glücksspirale ist über einen speziellen Spielschein für diese Lotterie oder als Zusatzlotterie zum Lottoschein möglich. Mit der Abwicklung der monatlichen Rentenauszahlung haben die Lottogesellschaften eine in Luxemburg ansässige Versicherungsgesellschaft beauftragt. Steuerpflichtig ist der Ertragsanteil der Rentenzahlung, während der aus dem Kapitalverbrauch des ursprünglichen Gewinnes stammende Teilbetrag nicht steuerbar ist.

Die Vererbung der Sofortrente

Beim Ableben des Gewinners erwerben die Erben nicht den Auszahlungsanspruch, sondern sie erhalten den vom ursprünglichen Kapitalstock von 2,01 Millionen Euro noch übrigen Restbetrag. Die monatlichen Auszahlungen an den Gewinner beruhen einerseits auf einem Ertragsanteil und andererseits auf einem teilweisen Kapitalverbrauch. Aus diesem Grund sinkt der zu vererbende Betrag des ursprünglichen Gewinns mit der Anzahl der Monate, in denen die mit der Glücksspirale kooperierende Lebensversicherung die Zahlungen geleistet hat. Der vollständige Verbrauch des Kapitalstocks ist theoretisch denkbar, wenn der Gewinn bereits in jungen Jahren erzielt wurde und der Rentengewinner überdurchschnittlich alt geworden ist. Vor der letzten Änderung der Teilnahmebedingungen erhielten ältere Gewinner aufgrund der niedrigeren Restlebenserwartung eine höhere Monatsrente. Seitdem die monatliche Rentenhöhe ohne Berücksichtigung des Alters bei Rentenbeginn einheitlich auf 7500 Euro festgelegt wurde, steigt der durchschnittliche Restwert des Kapitalstocks im Vererbungsfall an. Für die Vererbung des Kapitalstocks gelten dieselben Grundregeln wie für alle weiteren Erbgegenstände. Wenn der verblichene Gewinner kein gültiges Testament verfasst hat, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Andernfalls entscheidet er unter der Berücksichtigung der Pflichtanteile über die Verwendung seines Erbes und somit auch darüber, wer den noch verbliebenen Kapitalstock erhält. Das Verfassen eines Testaments ist somit für den Bezieher der Sofortrente der Glücksspirale ratsam, damit er selbst über den Empfänger des noch vom ursprünglichen Kapitalstock verbliebenen Betrages entscheidet.