Plötzlich Millionär – das Glück über einen Lottogewinn ist riesengroß. Je nach Gewinnsumme kommt schon bald darauf die Frage auf: Muss ich meinen Lottogewinn eigentlich versteuern? In Deutschland ist der Lottogewinn in der Regel steuerfrei. Denn es gibt keine Vermögenssteuer und der Lottogewinn kann auch keiner Einkommensart zugeordnet werden. Aber aufgepasst: Wird das gewonnene Geld beispielsweise in Immobilien investiert und damit Mieteinnahmen generiert, fällt darauf selbstverständlich die Einkommenssteuer an. Je nachdem wie hoch die Einkünfte sind, kann dadurch auch der allgemeine Steuersatz steigen. Wenn der Lottogewinner das Geld beispielsweise auf einem Sparkonto gewinnbringend anlegt, muss er auf die Zinsen eine Abgeltungssteuer zahlen. Diese beträgt derzeit pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Davon ausgeschlossen ist ein Steuerfreibetrag von 801 Euro pro Person für Singles oder ein Betrag von 1.602 Euro für Verheiratete. Liegen die Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden etc.) über diesen Freibeträgen, kommt die Abgeltungssteuer zum Tragen. Knackt ein Spieler beispielsweise den Jackpot von 20 Millionen Euro und legt seinen Gewinn auf einem Festgeldkonto mit 3% Zinsen p.a. an, so erhält er 600.000 Euro Zinsen, abzüglich der Abgeltungssteuer wären es 450.000 Euro pro Jahr (ohne Berücksichtigung des Freibetrags, Kirchensteuer & Soli). So sind in Deutschland zwar die Lottogewinne direkt steuerfrei, aber weitere Erlöse wie Dividenden müssen versteuert werden. In vielen anderen Ländern findet hingegen eine Pauschalbesteuerung direkt auf die Gewinne statt. In den USA beispielsweise beträgt die Kapitalertragssteuer auf alle Lottogewinne über 5.000,00 $ rund 25 Prozent. Zudem ist noch ein spezieller Quellensteuersatz je Bundesstaat fällig, der zwischen 5 und 8 Prozent liegt. Auch in den Niederlanden werden Lottogewinne mit einer Glücksspielsteuer von 29 Prozent besteuert, die direkt von der Lottogesellschaft abgeführt wird. Der auszuzahlende Millionengewinn mindert sich für den Gewinner entsprechend. Auch in Spanien werden seit 2013 alle Lotteriegewinne ab 2.500 Euro mit einer Abgabe von 20 Prozent versteuert. Ein Sonderfall stellen in Deutschland monatliche Sofortrenten beispielsweise von der GlücksSpirale oder Aktion Mensch dar. Die monatlichen Zahlungen können im Gegensatz zum steuerfreien Lottogewinn als monatliche Renteneinnahmen angesehen werden. Der Steuersatz wird im Einzelfall vom zuständigen Finanzamt festgesetzt. In der Regel können sich die Gewinner die monatlichen Rentenzahlungen auf Grundlage eines Kapitalsstocks auch als steuerfreie Einmalzahlung ausbezahlen lassen.  

Das Lottoglück teilen

Wer mit Freunden und Familie sein Glück teilen will, sollte die Freibeträge für Schenkungen berücksichtigen.

Wer mit Freunden und Familie sein Glück teilen will, sollte die Freibeträge für Schenkungen berücksichtigen.

Die meisten Lottogewinner behalten ihr Glück zunächst für sich. Was auch empfehlenswert ist, um sich erst einmal an die neue Situation zu gewöhnen. Jeder sollte sich ausreichend Zeit nehmen, um zu überlegen, was er mit dem Geld vorhat – ob und wie er sein Leben verändern möchte. Bei einem höheren Lottogewinn ist in jedem Fall ein guter Steuer- und Finanzberater ratsam, damit man langfristig von dem Gewinn profitiert. Schnell stehen sonst wohlmöglich viele „gute Freunde“ und Verwandte vor der Tür, die ein Stück vom Kuchen abhaben möchten. Im engsten Kreis der Familie oder zumindest in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft lässt sich das Lottoglück kaum verheimlichen. Mit schnellen Geldgeschenken sollte man sich aber auch hier lieber zurückhalten, denn selbst in einer Ehe fällt bei größeren Geldgeschenken die so genannte Schenkungssteuer an. Ausgenommen davon ist ein Freibetrag, der alle 10 Jahre einmal in Anspruch genommen werden kann. Die Höhe von Freibetrag und Schenkungssteuer richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad. Für einen eingetragenen Lebenspartner oder Ehegatten beträgt der Freibetrag für Schenkungen 500.000 Euro, für Geschwister beispielsweise nur 20.000 Euro. Bei einem mehrstelligen Millionengewinn können diese Summen schnell erreicht werden.

Schenkungen: Steuerklassen und -freibeträge

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Steuersätze bei einer Schenkung*

[table id=12 /] *ab 1.1.2010

Steuerfreiheit bei Tippgemeinschaften

Auch für Tippgemeinschaften ist das Thema Schenkungen nicht unerheblich. Gewinnt eine private Tippgemeinschaft im Lotto, wird der Gewinn in der Regel entsprechend der Tippanteile aufgeteilt. Existiert jedoch kein Vertrag, besteht die Gefahr, dass die Gewinnanteile vom Finanzamt als Schenkungen angesehen werden. Daher: die Bedingungen einer Tippgemeinschaft am besten immer schriftlich in einem Vertrag festlegen und entsprechende Einzahlungsquittungen aufheben, um die Steuerfreiheit auf alle Mitglieder zu übertragen. Denn andernfalls gilt die Steuerfreiheit zunächst nur für denjenigen, der den Schein abgegeben hat. Bezieht ein Lottogewinner Sozialleistungen, muss er den Gewinn bei der Agentur für Arbeit als Einnahme melden. Zwar ist die Summe steuerfrei, doch sie wird auf die Sozialleistungen angerechnet, die sich dadurch entsprechend verringern oder ganz wegfallen können.   Quellen: http://www.berlin.de/sen/finanzen/steuern/informationen-fuer-steuerzahler-/faq-steuern/artikel.9070.php http://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Haeufig_gestellte_Fragen/Erbschaft-_und_Schenkungsteuer/ https://de.wikipedia.org/wiki/Lotto#cite_note-46 https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCcksspirale Bilder: Fotolia.com/Bernd Leitner/underdogstudios